VdS-Brandschutztage 2025
Branchentreffpunkt des Brandschutzes in Köln
Mit einem beeindruckenden Besucherandrang und einer hochkarätig besetzten Fachmesse bestätigten die VdS-BrandSchutzTage 2025 am 3. und 4. Dezember in Köln ihren Ruf als eines der wichtigsten Events für den vorbeugenden Brandschutz im deutschsprachigen Raum. Zwei Tage lang verwandelte sich die Koelnmesse in ein Forum für Innovation, Wissensaustausch und praxisnahe Diskussionen rund um bauliche, technische und organisatorische Brandschutzlösungen. Unterstützt wurde die Veranstaltung erneut vom Verein der Brandschutzbeauftragten in Deutschland (VBBD), der sich an der Fachmesse und dem Vortragsprogramm beteiligte.
Fachmesse und Vortragsprogramm im Schulterschluss
Auch in diesem Jahr standen Vielfalt und Aktualität im Mittelpunkt: 180 Aussteller – 5000 Besucher aus 20 Ländern – 2 Tage vorbeugender Brandschutz. Die Brandschutzmesse präsentierte neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen – von smarter Brandmeldetechnik über Löschsysteme bis hin zu Lösungen für komplexe industrielle Risiken. Ergänzt wurde die Messe durch ein dichtes Vortragsprogramm, das aktuelle Entwicklungen der Branche aufgriff und Raum für kontroverse wie zukunftsweisende Diskussionen bot. Besonders gut besucht war der VdS-BrandSchutzTalk, der mit Expertenrunden zu drängenden Fragen des Brandschutzes erneut einen deutlichen Akzent setzte.
VdS-BrandSchutzTalk 2025:
Genehmigt und bereit zum Ausbrennen – Baurecht erfüllt, Betrieb zerstört
Einen besonderen Akzent setzte der VdS-BrandSchutzTalk am 3. Dezember 2025. Unter der Moderation von Peter Schramm, VdS Schadenverhütung GmbH, diskutierten die Experten Knut Czepuck (Ministerialrat, Land NRW), Marco van Lier (GDV), Dr. Rainer Jaspers (Ökotec-Gruppe) und Martin Wilske (Bundesverband Betrieblicher Brandschutz) über die wachsende Lücke zwischen den gesetzlichen Brandschutzanforderungen und der realen Schutzwirkung im Ernstfall. Die Runde zeigte: Gebäude werden heute nach allen Regeln der Technik geplant, genehmigt und abgenommen, dennoch liegt nach Bränden oft der Betrieb still. Menschen werden gerettet, die Ausbreitung des Feuers bleibt lokal begrenzt – das baurechtliche Schutzziel „Menschenrettung“ ist erreicht, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Schaden bleibt jedoch hoch. Diskutiert wurden daher Fragen wie: Reichen die bisherigen Schutzziele aus, um wirtschaftliche Schäden zu minimieren? Wie lässt sich Resilienz – die Fähigkeit, nach einem Brand schnell wieder arbeitsfähig zu sein – in die Planung integrieren? Und brauchen wir ein umfassenderes Verständnis von Brandschutz, das nicht nur das „sicher raus“, sondern auch das „sicher weiter“ garantiert? Der Talk machte deutlich, dass moderner Brandschutz weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausdenken muss – mit Blick auf Menschen, Sachwerte und Betriebsfähigkeit.
58. Fortbildungsseminar für Brandschutzbeauftragte:
Praxis, Verantwortung und neue Risiken
Zu den festen Größen der VdS-BrandSchutzTage zählt das Fortbildungsseminar für Brandschutzbeauftragte, das sich auch 2025 als Publikumsmagnet erwies. In insgesamt 16 Unterrichtseinheiten bot die zweitägige Veranstaltung ein breites Spektrum an Themen – von aktuellen rechtlichen Anforderungen über organisatorische Fragestellungen bis hin zu neuen Herausforderungen, die durch Klimawandel und technische Entwicklungen entstehen.
- Besonders eindrücklich schilderte Lars Oliver Laschinsky, 1. Vorsitzender des Vereins der Brandschutzbeauftragten in Deutschland e.V., wie extreme Wetterlagen Brandschutz- und Notfallkonzepte zunehmend unter Druck setzen. Anhand realer Ereignisse zeigte er, wie Starkregen, Hitzeperioden oder Stürme die Verfügbarkeit baulicher und technischer Brandschutzmaßnahmen beeinträchtigen können – und wie Betriebe ihre präventiven wie reaktiven Strukturen darauf vorbereiten sollten. Laschinsky machte deutlich: Der Klimawandel ist längst in der betrieblichen Gefahrenabwehr angekommen.
- Eine andere Perspektive brachte Matthias Heise von Swiss Re International SE ein. In seinem Vortrag rückte er die Rolle des Brandschutzbeauftragten im Sachwertschutz in den Mittelpunkt. Er betonte die Bedeutung klarer Kommunikationswege zwischen Unternehmen, Behörden, Feuerwehr und Versicherern – insbesondere vor und nach Schadensereignissen. Heise machte deutlich, dass ein modernes Brandschutzkonzept nicht beim Personenschutz endet, sondern auch wirtschaftliche Risiken, Resilienz und Betriebsfähigkeit in den Blick nehmen muss.
- Wie wichtig klare Vorgaben und konsequente Umsetzung im betrieblichen Alltag sind, zeigte Dr. Wolfgang Friedl vom Ingenieurbüro für Sicherheitstechnik in München. Er erläuterte die zentralen Anforderungen der Allgemeinen Sicherheitsvorschriften der Feuerversicherer (ASF) und verdeutlichte, warum diese Regelwerke im betrieblichen Brandschutz eine so zentrale Rolle spielen. Seine Botschaft: Effizienter Brandschutz beginnt mit Organisation und Kontrolle – und benötigt oft weniger Technik, als viele vermuten.
- Jürgen Walter, Brandschutzsachverständiger aus Badenweiler erläuterte die Verantwortlichkeiten rund um Feuerschutz- und Feststellanlagen und ging der Frage nach, wie Betriebe Prüf- und Wartungspflichten rechtssicher erfüllen können. Anhand typischer Praxisprobleme zeigte er, worauf Brandschutzbeauftragte besonders achten müssen und wann der Austausch von Komponenten gesetzlich oder technisch geboten ist.
Erstmals im Fokus:
Aktionsfläche „Baulicher Brandschutz“
Ein ganz neues Highlight der VdS-BrandSchutzTage 2025 war die Aktionsfläche „Baulicher Brandschutz“, die in diesem Jahr erstmals als eigenständiger Schwerpunkt eingerichtet wurde. Auf über 230 Quadratmetern erhielten Besucher die Möglichkeit, bauliche Brandschutzlösungen nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern hautnah zu erleben. Die Fläche kombinierte Ausstellungen, interaktive Demonstrationen und praxisnahe Fachvorträge zu einem einzigartigen Erlebnis. Im Zentrum standen Live-Demonstrationen, die anschaulich zeigten, wie bauliche Maßnahmen Brandausbreitung verhindern oder kontrollieren können. Besucher konnten sehen, wie unterschiedliche Baustoffe reagieren, wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen funktionieren und wie moderne Feuerschutzabschlüsse in der Praxis eingesetzt werden. Die Präsentationen wurden von Fachpersonal begleitet, das die technischen Hintergründe erklärte und direkt Fragen der Teilnehmenden beantwortete.
Parallel dazu bot die asecos academy ein zweitägiges Fachforum mit praxisnahen Vorträgen. Expertinnen und Experten aus ausstellenden Unternehmen vermittelten dort konkrete Anwendungsbeispiele und Best Practices für den baulichen Brandschutz – vom sicheren Materialeinsatz über die Integration in bestehende Gebäude bis hin zu innovativen Konzepten für Neubauten.
Die Aktionsfläche machte deutlich: Baulicher Brandschutz ist mehr als Normen und Vorschriften – er lässt sich greifbar erleben, erproben und auf den eigenen Betrieb übertragen. Mit der erstmaligen Einrichtung dieser Schwerpunktfläche setzten die VdS-BrandSchutzTage 2025 ein starkes Zeichen dafür, dass praxisnahe Demonstrationen und interaktive Wissensvermittlung künftig fest zum Veranstaltungskonzept gehören.
Bildung, Austausch und Karriere:
VBBD setzt wichtige Akzente
Großen Zuspruch erhielt auch der Treffpunkt „Bildung und Karriere“, der sich als zentrale Informationsplattform für Qualifizierung, Weiterbildung und berufliche Entwicklung im Brandschutz präsentierte. Der VBBD nutzte seine Präsenz intensiv, um mit Fachbesucherinnen und Fachbesuchern ins Gespräch zu kommen, Trends im Berufsbild zu erläutern und Perspektiven für die Weiterentwicklung von Brandschutzbeauftragten aufzuzeigen. Für viele bot dieser Bereich wertvolle Orientierung in einer Branche, die sich zunehmend professionalisiert und spezialisierte Kompetenzen verlangt.
Ausblick:
2026 im Zeichen neuer Herausforderungen
Auch 2026 öffnet die Koelnmesse wieder ihre Türen für die VdS-BrandSchutzTage – den großen Treffpunkt der Brandschutzbranche. Zwei Tage lang stehen aktuelles Fachwissen, innovative Lösungen und praxisnahe Impulse im Mittelpunkt. Fachmesse, Themenforen und hochwertige Fachtagungen bieten den idealen Rahmen für den Austausch über vorbeugenden Brandschutz, neue Entwicklungen und zukunftsweisende Innovationen. Informieren Sie sich frühzeitig über das vielfältige Programm und sichern Sie sich Ihre Teilnahme: 2. und 3. Dezember 2026 in Köln – alle Details unter vds-brandschutztage.de